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12.01.2010 21:02
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9020  KLAGENFURT
esthersblues@yahoo.de

Esther Hebein - Impressionen

Gedichte - Essays - Gemälde - Fotografien

ESTHER HEBEIN, Klagenfurt
geb. 12.04.1951 in Neumarkt/Steiermark
DICHTERIN - MALERIN - ZEITNOMADE

... alle Kunst ist seelische Bewegung ...
(Zitat: Henry von Heiseler)

2004 und 2005:
Ausstellungen Zyklus "zeit ist" - "il tempo é"
Malerei, Lyrik, Fotografie

ab 2006:
- zahlreiche Lyrik- und Prosa-Veröffentlichungen in Anthologien und Kulturzeitschriften
- Lesungen Lyrik und Prosa in Klagenfurt, Schwetzingen/DE und Wien

Literaturpreise:
- Christine Busta-Lyrikpreis 2006 (8. Preis)
- Lyrikpreis Bibliothek deutschsprachiger Gedichte 2007 (3. Preis)

barcolana

der wind treibt weisse segel
durch das azur des östlichen triangolos
segel am meer
im golf von tri est
segel und flügel von möwen
gabbiano nimm mich mit

mosaik
weiss in blau
blau in weiss
dreiecke unregelmässig
ineinander verzahnt
in den wind geschnitten
blau in weiss
weiss in blau

das gefühl von heimat
vielleicht vor langer zeit hier
als das heutige kleine heimat reich
ein land war mit ufern und einem offenen meereshafen
zum kommen und zum gehen
zum ineinanderfliessen von geist und kultur
vielleicht meine heimat damals
als die weite der begrenztheit die stirn bot

das männliche tier meiner apokalypse steht auf
holt mich noch einmal ein
beamt mich an eine reling mitten im azur
lässt mich segeln
von wellenkamm zu wellenkamm
von abenteuer zu abenteuer
von unbesiegbarem traum zu unbesiegbarem traum

am ufer leuchtet das weisse schloss
dehnt seine zinnen ins blau
und flüstert schau ins meer
miramare
rilkes gesang führt mein auge
ans andere ende der klippen
schloss duino am steinernen thron
erzählt mir
geschichten

und oben im karst
hoch über den weissen segeln
steht irgendwo mein haus aus stein
als verheissung für ein paar mosaikjahre des glücks
wo das leben mich liebt
steht mein haus aus stein und fragt mich
wann kommst du

im herbst brennt der karst sagt man
und manchmal bläst dir die bora den kopf frei
mir scheint als trüge der herbst hier zudem
die verruchte waghalsigkeit eines alten esels im herzen
als bäumte er das land und das meer ein letztes mal dem licht entgegen
vor der umhüllung des grauen schleiers
als gäbe es für ihn nichts anderes als
ein ungebremstes aneinanderprallen der komplementäre
rotes karstlaub
blaue tiefe und höhe
zum glühen gebracht durch die unfarbe weiss

mosaik
triangolotrunken
segel am meer
im golf von tri est
barcolana
dreiecke aneinandergeschnitten
weiss in blau
blau in weiss
vom wind getrieben im wasserlicht
mosaik
triangolosteine des dreiarmigen ostens
ausläufer gedrittelter ewigkeit

ich segle zurück
vorerst noch
ins kleine reich voller zäune und ohne weiten hafen
doch bleibt mir das silberne glitzern im haar
das mir den weg frei hält
mein steinhaus wartet

fallender engel

( Lyrikpreis `Christine Busta-Lyrik-Wettbewerb` des Österreichischen Schriftstellerverbandes )

es schlägt die späte stunde des abends
und ich fühle ich muss
hinaus
muss trinken
muss lächeln
muss liebes spiele machen
in leuchttürmenen kneipen des neuen jahr tausends


muss bis zum umfallen bleiben
muss stolpern zurück
durch das tiefe dunkel des alten friedhofs
durch zaghaft belichtete strassen
die nacht hat keine schrecken
ich fliege ihr ins gesicht


ich bin ein schwarzer asphalt engel geworden
aus neugier
auf die negrophile seite der münze
aus lange weile am funktionieren
aus überdruss am dünkel
ich bin ein fallender engel der nächte
weil ich der lüge schein nicht küsse


der tag lässt mir kein fliegen und kein fallen
der tag schenkt mir die günste der fraglosen sphäre
der tag kann meinen weg nicht füllen
ich bin zu hause zwischen den gräbern
ich bin zu hause in den bars
ich bin zu hause auf den strassen
folge ich der dunkelheit
weil ich die liebe im licht nicht finde


ich bin ein fallender engel der nächte
glücklich und traurig
warte ich auf die wiederkehr meiner verblutenden seele
mit meinem linken flügel
streichle ich mein gesicht in den traum

zeit ist eine gleichung

zeit ist auch
das wesen deines schattens
die stunde die dein schatten zeigt
die stunde schlägt auch dir

versuche nicht
deinen schatten zu fangen
du holst deinen schatten niemals ein
und ohne schatten fängt dich die zeit
ehe du anfängst um ihn zu trauern

du bist aus licht und schatten
bist
anfang wiederholung umkehrschluss
kommst
aus dem zentrum allen seins
lasse den schatten an deiner seite
dein leben messen

lebe
mit einem guten schatten

Gedanken zu GLÜCK

1. Glück hängt zu einem großen Teil davon ab, inwieweit man seine Flüchtigkeit erkennt und annimmt.

2. Ohne den freien Raum des Kommens und des Gehens, ohne die Freiheit der individuellen Bewegung, verliert Glück seine spezifische Eigenschaft - wie jeder Körper und jeder Gedanke.

3. Glücklichsein ist ein Zustand. Es ist genauso ein Zustand wie z.B. der Zustand des Leides, des Schmerzes, der Wut. Der Zustand des Glücks tut Körper und Seele gut und will daher gehalten werden. Doch kein Zustand lässt sich in seinem Zenit festhalten, jeder Zustand ist dem Wandel seiner Bedeutung unterworfen.

4. Die Realität orientiert sich nicht an Zuständen der Seele. Die Realität ordnet sich immer wieder aufs Neue aus der Veränderbarkeit allen Seins, aller Zustände und aller Befindlichkeiten - aus dem stetigen Fließen von Zeit und Raum.

5. Die Fähigkeit zum lebenslangen Glücklichsein entspringt der Bereitschaft, erlebtes Glücksgefühl dem Fluss zu überlassen, um es zu anderer Zeit in veränderter Form erneut aufspüren und empfangen zu können.

6. Glück ist kein Nest, auf das man sich zurückziehen kann. Glück verlangt es, zu allen Zeiten aufs Neue angestrebt und aufgenommen zu werden.

7. Glücklichsein heißt, die Bedeutung des Schattens zu erkennen als Wegbereiter für die Strömung des Lichts.

Kärntnerin gewann dritten Preis bei Gedichtewettbewerb

Esther Hebein wurde beim größten deutschsprachigen Lyrikprojekt der `Bibliothek deutschsprachiger Gedichte` Dritte.

Esther Hebein, Dichterin und Malerin in Klagenfurt, hat den dritten Preis im großen Jubiläums-Gedichtwettbewerb 07 der "Bibliothek deutschsprachiger Gedichte" - dem größten deutschsprachigen Lyrikprojekt - gewonnen. Aus rund 10.000 eingesandten Beiträgen kürte das Lektorat Hebeins Gedicht "es ist das meer" auf den dritten Rang.

Publikation. Das Gedicht wird in der Anthologie "Ausgewählte Werke X" sowie auf einer Audio-CD publiziert. Erscheinungstermin ist voraussichtlich November diese Jahres. Hebein wurde im Jahre 2006 bereits mit dem Christine-Busta-Lyrikpreis des Österreichischen Schriftstellerverbandes ausgezeichnet.

Gemälde - Fotografien

Ausschnitt aus dem Ölgemälde: liebe oder die rote armee

nautipussi

nautipussi
Bildausschnitt aus dem Ölgemälde "Stille Tage in Piran" - mit fotografisch hinzugefügtem Zackenrahmen.

rauschzeit

Zyklus "zeit ist"
Bildausschnitt aus dem Ölgemälde "rauschzeit"
- Unterzyklus 1 "zeit messen" -

Esther - in Zeitensprüngen

Esther - in Zeitensprüngen

das wort

Zyklus "zeit ist"
zusammengefügte Seitenteile (Ausschnitt) des Ölgemälde-Triptychons "stationen" -
- Unterzyklus 3 "stationen oder himmel und hölle" -

Im Weblog "Mobiprofi" hat Entwickler Dr. Eckard Ritter schon oft über neue Möglichkeiten berichtet. Um die vielen Möglichkeiten und Tipps nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wurde jetzt die Anleitungs-Website (natürlich mit Mobihexer erstellt) erneuert: wer sich eine mobile Homepage erstellen will, erfährt im 60-Sekunden-Rundgang das Wichtigste. [OnePageView] [Handy-Optik]
www.mobihexer.de für die mobile Homepageerstellung ist ein Service von internetpartnership.de, Dr. Eckard Ritter, Nürnberg.