Der steigende Hengst im Wappen Westfalens ist ein geschichtsträchtiges Symbol. Es soll auf das Pferd Herzog Widukinds zurückgehen, das in zahlreichen Legenden lebendig ist, und steht für ein sehr schönes und historisch interessantes Urlaubsgebiet in Deutschland - für Westfalen.
Besonders das Münsterland, eine Region im nordwestlichen Westfalen, ist berühmt für seine romantischen Schlösser und malerischen Wasserburgen.
Quer durch das Münsterland führt die “100 Schlösser Route”, die auf vier miteinander verbundenen Rundkursen eine Strecke bis zu 310 km Länge aufweist (960 km Radwanderwege).
Sie verläuft größtenteils abseits der Verkehrswege und führt an allen bedeutenden Burgen, Schlössern und Herrensitzen der Region vorbei. Die zuweilen wie ein Park anmutende Landschaft bildet einen herrlich pittoresken Rahmen für die verschiedenen Bauwerke.
So ist das Wasserschloss Lembeck bei Dorsten im südlichen Münsterland eine Etappe der Route. Die Anfänge des heutigen Schlosses liegen im 12. Jahrhundert und werden dort als “wehrhaftes Gut” urkundlich erwähnt. Durch die Jahrhunderte immer wieder erweitert und ausgebaut, stellt das heutige Bauwerk ein Meisterstück der Baukunst dar.
Im Schloss selbst befindet sich ein Museum, und es gibt Führungen durch die berühmten Säle und Räume. Beeindruckend ist auch die Parkanlage des Gebäudes, die für die vielen Rhododendron-Arten bekannt ist. Für die jüngsten Besucher gibt es einen Streichelzoo. Die Radtour “Rund um Dorsten” ist für Trekking- und Rennradfahrer eine hervorragende Tour über 83 km schöne Landschaft im Münsterland.
Dorsten selbst, ehemals die “Hansestadt Dorsten”, besticht durch das mittelalterliche Gepräge der Straßen und vielen Gässchen. Teile der historischen Stadtmauer und ein Befestigungsturm sind noch erhalten. Ein sehr interessantes Bauwerk ist das alte Rathaus aus der Renaissance. Das einzigartige Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte und Religion, das “Jüdische Museum Westfalen”, erlaubt Einblicke in die jüdische Kultur und Religionsgeschichte.
Das Mittelalter ist in vielen Ortschaften der Region durch Kirchen oder andere architektonische Zeugnisse sehr präsent, so wie in Freckenhorst, einem Teil der Stadt Warendorf. Der Ort wurde erstmals 1851 erwähnt und besitzt eine Kirche aus dem Jahre 1129, die Stiftskirche St. Bonifatius.
Ehedem ein freiweltliches Damenstift mit einer Kirche, ist St. Bonifatius heute u.a. wegen der vielen Glocken berühmt, nämlich zwölf an der Zahl. So ist sie die Kirche mit den meisten noch funktionierenden Glocken in Nordrhein-Westfalen. Der romanische Taufstein ist ein hervorragendes Beispiel der Bildhauerkunst aus jener Zeit. Die in der Neuzeit als Schatzkammer eingerichtete “Petrikapelle” verfügt über Kostbarkeiten und Artefakte aus der Stiftszeit, darunter das “Freckenhorster Hungertuch”, ein Fastentuch von 1628.
Geschichte der anderen Art ist in Gronau spür- und erlebbar. In der münsterländischen Stadt gibt es nämlich das “Rock-n-Popmuseum”, das 2004 eröffnet wurde, und einzigartig in ganz Europa für diese Art Musik ist. Das Museum führt durch das vergangene Jahrhundert und die Gegenwart der Musik. Sonderausstellungen zu bestimmten Themen wechseln sich mit museums-pädagogischen Programmen und Musikveranstaltungen ab. Übrigens wurde Udo Lindenberg in Gronau geboren, der einer der richtungsweisenden Deutschrocker war und mit Sicherheit Musikgeschichte geschrieben hat.
Im Ort findet auch das “Gronauer Jazzfest” statt, das internationale Beteiligung aufweist und ebenso hochrangige Musiker auf die Bühne bringt wie das legendäre “Auf die Ohren”-Rockfestival.
Westfalen bedeutet auch: Teutoburger Wald. Dieser liegt mit einigen Teilen in zwei verschiedenen Naturparks, dem “Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald - Wiehengebirge” und dem “Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge”. Eigentlich ein Höhengebirgszug, hieß das Areal früher “Osning”.
Hier soll die berühmte Varusschlacht zwischen Arminius und dem römischen Feldherren Varus stattgefunden haben, woran das berühmte Hermannsdenkmal in der Nähe des Kneippkurortes Hiddesen erinnern soll. Historisch belegt ist der genaue Ort, an dem die Schlacht stattgefunden hat, nicht. Aber es spielt wohl keine Rolle, denn Herrmann der Cherusker ist als Symbol des antiken Freiheitskämpfers nicht an eine Lokalität gebunden. Der Mythos ist sprichwörtlich geworden.
Es gibt sogar ein Musik-Event, das “Teuto-War Festival”, das zu Ehren des großen Cheruskers am 10. Oktober 2009 veranstaltet wird.
Der Ort Hiddesen ist ein Stadtteil von Detmold, und Ausgangspunkt für viele Ausflugsziele, wie den Donoper Teich oder das Hiddeser Bent. Beide Naturschutzgebiete zeigen eine wunderschöne, romantische Landschaft und intakte Natur mit großer Artenvielfalt. Am Donoper Teich befinden sich einige Hügelgräber, die etwa aus der Übergangszeit von Bronze zu Eisen stammen und Überreste der hier vorhandenen Grabhügelfelder darstellen.
Besonders berühmt sind die Externsteine im Teutoburger Wald, eine Sandstein-Felsformation. Die markante Felsgruppe ist unter Schutz gestellt und befindet sich in einer großen parkähnlichen Anlage. Die Externsteine gelten als alte Kult- oder Weihestätte, obwohl teilweise mit Reliefs christlichen Ursprungs versehen, und ziehen jährlich bis zu einer Million Besucher an.Die Steine werden als Kraftort mit speziellen Eigenschaften gesehen. Zu Feiertagen wie der Walpurgisnacht oder der Sommersonnenwende finden Treffen und esoterische Festivals statt.
Wer in Westfalen den Spuren des weißen Hengstes folgt, begibt sich in das Reich der Geschichte. Man trifft auf Arminius und Widukind, auf Fürsten und edle Geschlechter, ihre Burgen und Schlösser, und entdeckt sagenumwobene Orte inmitten der märchenhaften Landschaft.
2000 Jahre Varusschlacht: Imperium - Konflikt - Mythos.
Urlaubstipps:
Ferienwohnungen auf dem Ferienhof Buning im Hasetal im Osnabrücker Land, im Ausläufer des Teutoburger Waldes, ca. 45 km nördlich von Osnabrück.
Reiterferien für Kinder auf dem Ponyhof Georgenbruch zwischen Münster und Warendorf: `Ferien für Glückskinder und Pferdeliebhaber`.