Sachsen: Sächsische Schweiz

Die Sächsische Schweiz: bizarre Felsformationen und eine wildromantische Landschaft zu beiden Seiten der Elbe. - von PresseNet / Ilona Elisabeth Schwartz

Der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges hat den Namen bekommen, weil er stark an die Landschaft des Schweizer Jura erinnert und geht im wesentlichen auf Buchveröffentlichungen von Wilhelm Leberecht Götzinger zurück.

Für Kletterer ist die Sächsische Schweiz ein wahres Paradies, mit etwa 1100 ausgewiesenen Klettergipfeln. Daneben gibt es auch einige Stiegen, die mit Treppen oder Leitern ausgerüstet sind und den Wanderern helfen, die zuweilen recht großen Höhenunterschiede zu überwinden. Bekannte Stiegen sind z. B. die Rotkehlchenstiege mit 286 Stufen, oder die Häntzschelstiege mit 516.

Eine der bekanntesten Felsformationen der Region ist die “Bastei” auf dem rechten Elbufer. Sie hat eine Aussichtsplattform mit Restaurant und Hotel, von der man einen wunderbaren Rundblick auf das Elbsandsteingebirge und das Elbtal hat. Das herrliche Panorama hat über den 112 km langen “Malerweg” Künstler wie Caspar David Friedrich oder Ludwig Richter angezogen, die hier herrliche Motive fanden.

Nahe bei der “Bastei” liegt der staatlich anerkannte Kurort Rathen, der berühmt für seine “Rathener Felsenbühne” ist. Das Freilichttheater wurde im Jahre 1936 angelegt und schon 1938 für Karl-May-Festspiele genutzt. Heute ist der Veranstaltungskalender sehr abwechslungsreich und bietet Inszenierungen der Moderne wie auch traditionelle Aufführungen.

Der Ort Rathen liegt beiderseits der Elbe und wird auch heute noch durch eine Fähre verbunden. Es handelt sich um eine “Gierseilfähre” oder auch “fliegende Brücke”, die eine besondere Fährschiffvariante darstellt. Die Rathener Fähre ist unter Denkmalschutz gestellt.

Ein lohnendes Ausflugsziel ist die Ruine der Felsenburg Neurathen nahe der Stadt. Die Raubritterfeste wurde anno 1261 erstmals urkundlich erwähnt und 1469 bei einer Belagerung in Brand geschossen. Die Anlage ist heute ein Freilichtmuseum.

Ebenfalls ein anerkannter Erholungsort ist die Stadt Wehlen, die an der Bahnlinie von Dresden nach Prag liegt. In Wehlen kann man die “kleine Sächsische Schweiz” besichtigen, einen Modellpark, der die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten mit liebevollen Nachbauten “en miniature” zeigt. Über dem Ort wacht die Ruine “Burg Wehlen”, eine Spornburg, von der ein Rundbau, die Grundmauern des Turmes und ein Keller erhalten sind.

Als Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz gilt die “Barbarine” am “Pfaffenstein”, eine Felsnadel, die im Jahr 1905 zum ersten Mal bezwungen wurde. Mittlerweile ist sie für Kletterer gesperrt, weil der Fels zu stark erodiert ist. Einer Sage nach sei die Barbarine ein ungehorsames Mädchen gewesen, das anstatt zur Kirche zu gehen, sich lieber in den Heidelbeeren am Pfaffenstein ergangen habe. Die Mutter habe sie dort erwischt und in hellem Zorn verwünscht, so dass das ungehorsame Mädel in Stein verwandelt wurde.

Beeindruckend ist die Festung Königstein auf dem gleichnamigen Berg, eine der größten Bergfestungen in Europa. Sie liegt auf einem Hochplateau, das sich 240 m hoch über die Elbe erhebt. Allein der Wallgang ist 1800 m lang und hat bis zu 42 m hohe Mauern und Steilwände. Etwa fünfzig Gebäude ziviler und militärischer Art sind zu sehen, ebenso ein Brunnen, der mit 152 m der tiefste Brunnen Sachsens und der zweittiefste Brunnen Europas ist. Die Feste ist heute ein Freilichtmuseum, das von Besuchern aus aller Welt frequentiert wird.

Bad SchandauDer Kur- und Erholungsort Bad Schandau liegt direkt am “Nationalpark Sächsische Schweiz” und beidseitig der Elbe. Eine Sehenswürdigkeit des Ortes ist die St. Johanniskirche. Der Bau verfügt über einen achteckigen Turm und eine äußerst interessante Inneneinrichtung. Außer der recht seltenen hölzernen Kassettendecke befindet sich ein sehenswerter zweigeschossiger Renaissance-Altar aus Sandstein in der Kirche. Ein Kuriosum ist der historische “Personenaufzug nach Ostrau”, bei dem es sich um eine 50 m hohe Eisenkonstruktion handelt, die zwei Stadtteile miteinander verbindet.

Der Berg mit dem interessantesten “Profil” und der einzige rechts-elbische Tafelberg ist der “Lilienstein” westlich von Bad Schandau. Am Berg wurden seit den sechziger Jahren wieder Wanderfalken angesiedelt, welche heute eine stabile und vor allem selbsttragende Population darstellen. Auf den Berg hinauf gibt es zwei Aufstiege.

Wandern, Klettern, Radfahren … dafür ist die Sächsische Schweiz wie geschaffen, aber es gibt eine spezielle “Sportart” mit langer Tradition: das “Boofen”. Bei der “Boofe” handelt es sich um Freiübernachtungen unter Felsvorsprüngen, die besonders bei Jugendlichen beliebt sind. Heute ist das “Boofen” nur an gekennzeichneten Stellen erlaubt, um Gefahren durch illegale Feuerstellen einzudämmen.


Urlaubsunterkünfte:
Hotel Mühlenhof in Heidenau b. Dresden, 20 min. in die Sächsische Schweiz
Ferienanlage Rathen / Laasenperle gegenüber der Bastei

Umfassende Darstellung der Landschaften in Sachsen: Wikipedia

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