Mosel

Geographisch gesehen ist die Mosel der längste Nebenfluss des Rheins und die zweitwichtigste Wasserstraße Deutschlands.

Aber darüber hinaus ist die Mosel und ihre Umgebung ein wunderschönes Urlaubsgebiet. Schon im spätantiken Rom wurde der schönen Landschaft um den Fluss ein Gedicht gewidmet, nämlich von Decimius Magnus Ausonius, der in 483 Hexametern seine Reise beschrieb. Schon damals waren die blühenden Täler und die romantische Flusslandschaft beeindruckend und sind es heute nicht weniger.

Berühmt ist die Region auch wegen des Moselweines geworden, der auf ca. 5.000 ha angebaut wird. Die sprichwörtliche Qualität des Mosel-Rieslings hat internationalen Status.

Auf den Höhen entlang des Flusses stehen rund 20 Schlösser und Burgen und bilden eine romantisch schöne Kulisse für Besichtigungsfahrten per Schiff. Wer sich lieber auf dem Land fortbewegt, kann auf der Moselweinstraße dem Flussverlauf über 240 km folgen oder auch den Moselradweg wählen, der zu einem großen Teil abseits des Autoverkehrs neben alten Bahnstrecken verläuft und durch seine fast ebene Führung für geruhsames Radeln wie geschaffen ist.

Die Mosellandschaft wurde in zwei Jahrtausenden stark von den Römern geprägt, die ihre Spuren hinterlassen haben. Dem trägt manches interessante Denkmal Rechnung, wie die Römische Villa Borg im gleichnamigen Stadteil des Ortes Perl. Perl liegt an der Moselgau-Schleife des Saarland-Rundwanderweges und ist die einzige Weinbaugemeinde des Saarlandes. Die ausgegrabene und restaurierte Villa Rustica ist nun ein Freilichtmuseum, das ein komplettes Gutshaus mit Haupt- und Nebengebäuden sowie Wirtschaftshöfen und Bad zeigt. In jüngerer Zeit wurde ein römischer Garten hinzugefügt, so dass die Anlage ein getreues Bild des antiken römischen Lebens vermittelt. Ebenso interessant sind die Reste einer Villa, die in einem anderen Stadtteil, Nennig, liegt und ihrer wunderschönen Fußbodenmosaiken bekannt ist.

Historisch bedeutungsvoll ist es fast überall an der Mosel. So in der Stadt Konz, dem altem Contionacum, in Rheinland-Pfalz - dort befinden sich die Ruinen der Kaiservilla, erst 1959 entdeckt. Die Portikusvilla war äußerst luxuriös ausgestattet mit Marmorplatten und Innenmalereien und zum größten Teil beheizbar. Eine beeindruckende Tempelanlage aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. wurde ebenfalls bei Ausgrabungen freigelegt.

Bei Konz fand auch die Schlacht an der Konzer Brücke am 11. August 1675 statt, bei der ein Heerführer des Sonnenkönigs Ludwig XIV. gegen General Grana von den kaiserlichen Truppen eine üble Niederlage einstecken musste. Das Grana-Denkmal zeugt noch heute von dieser denkwürdigen Begebenheit. Konz ist auch eine Station des rheinischen Jakobsweges, des Klosters Karthaus wegen, dem heutigen Bürgerhaus und Kulturzentrum der Stadt.

Beeindruckend ist auch die Ruine des Klosters Stuben, einst ein Augustiner-Chorfrauen-Stift, das auf einer Halbinsel bei der schönen Gemeinde Bremm an der Mosel liegt. Das Stift wurde 1137 gegründet und 1820 zum Abriss freigegeben. Der Winzerort Bremm, der zur schönsten Gemeinde in Rheinland-Pfalz gekürt wurde, verfügt über einige Sehenswürdigkeiten, wie unter anderem das Storchenhaus. Das barocke Fachwerkhaus mit den schönen Schnitzereien stammt aus den Jahren 1695/96, wurde aber auf einem noch älteren Sockel erbaut. Interessante Anordnungen bilden jeweils eine klassizistische und eine Renaissance Häusergruppe, die den Ort besonders machen.

Die Pfarrkirche St. Laurentius, in ihren Anfängen auf das Jahr 1200 zurückgehend, verfügt über einen sehr schönen Renaissance-Altar von Johannes Gros von 1630. Eine besonders schöne Arbeit stellt auch das Flurkreuz am Moselufer dar, das 1707 gestiftet und aus rotem Sandstein errichtet wurde.

Aus der Zeit des zweiten Jahrhunderts n. Chr. stammt ein Bergheiligtum aus gallisch-römischer Zeit, das sich auf dem Calmont befindet, einem steil zum Fluss abfallenden Bergmassiv bei Bremm und gleichzeitig dem steilsten Weinberg Europas. An der Fundstätte wurden Münzen, Keramikscherben und Votivfiguren gefunden, die aber noch keinen Aufschluss über die an dieser Stelle verehrte Gottheit geben konnten.

Abgesehen von dem Heiligtum ist der Calmont auch für Wanderer und Kletterer interessant. Der gut angelegte Wandersteig, der mit Hilfen ausgestattet ist, um das nicht ganz einfache Gelände zu begehen, führt zum Gipfel, der einen herrlichen Blick auf das Panorama der Mosellandschaft erlaubt. Um Bremm herum gibt es zahlreiche markierte Wanderwege, die durch die abwechslungsreiche Flora und Fauna führen und für Ausflüge wie geschaffen sind. Wer mag, kann an einer zünftigen Planwagenrundfahrt mit dem Traktor teilnehmen.

Wein, schöne Umgebung und Geschichte, einen passenderen Urlaub kann man sich kaum vorstellen, ob man nun auf den Spuren der Römer wandeln will, einen guten Wein aus dem Römer genießt, die unwiderstehlich schönen Wege im Moseltal erwandert oder mit dem Schiff unterwegs ist: die Mosel ist ein guter Tipp für Ferien und Ausflüge.

Die vielen Winzerorte bieten gemütliche Gastlichkeit, viele Feste rund um den Wein und altes Brauchtum - die Geschichte des Landes zeigt sich in Abteien, Schlössern und Burgen. Der “Mosella Fluvius”, wie die Römer den Fluss nannten, hat nichts von seiner Faszination verloren.

Von Ilona Elisabeth Schwartz, Pressenet www.pressenet.info

Switch to our mobile site