Von Ilona Elisabeth Schwartz, PresseNet
Wer an die Lüneburger Heide denkt, der sieht eine idyllische Landschaft und hat Heidschnuckenromantik vor Augen. Beides trifft natürlich zu, schließlich ist diese Region eine einzigartige Landschaft, die durch besondere Maßnahmen geschützt wird.
So ist das Auto absolut kein Thema in der Heide, hier wird sich die Erholung erwandert oder erradelt. Speziell ausgewiesene Wege sind für Reiter angelegt. Dadurch ist die Ruhe gewährleistet, die man im Urlaub sucht und braucht - als Gegenpol zur Hektik der Straßen im Alltag.
So ist zum Beispiel das romantische Heidedorf Wilsede nur zu Fuß, mit dem Rad oder der Kutsche zu erreichen, da es mitten im “Naturschutzgebiet Lüneburger Heide” liegt, in dem Kraftfahrzeuge nicht erlaubt sind. Das Dorf ist eine alte Ansiedlung, die schon im Jahre 1287 erwähnt wurde, obwohl sie nur wenige Häuser umfasste. Auch heute leben nur etwa vierzig Menschen in Wilsede, aber zur Zeit der Heideblüte kommen tausende Besucher hierher.
Im Dorf gibt es “Dat ole Huus”, eines der ältesten Freilichtmuseen in Deutschland. Der Heidehof wurde 1742 erbaut, doch sind Teile noch älteren Datums. Hier kann der interessierte Besucher Einblick in das Leben der Heidebauern in vergangenen Zeiten nehmen. Der Weg zum Wilseder Berg nahe am Dorf lohnt sich auf jeden Fall, er ist der höchste Berg der norddeutschen Tiefebene und bietet einen wunderschönen Ausblick auf die Heidelandschaft.
Historisch interessant ist auch der malerische Ort Egestorf, der mit seinen alten Fachwerkhäusern, den Steinmauern und dem alten Baumbestand einen mittelalterlichen Charme besitzt. Aus dem Jahre 1645 stammt die St. Stephanus Kirche, die einen separaten Glockenturm aufweist und über einen sehr schönen Altaraufsatz von 1659 verfügt. Die aus dem Jahr 1867 stammende Orgel ist ein Bau von Philipp Furtwängler.
Etwas ganz besonderes ist der Barfußpark Egestorf, der 2,7 km lang über verschiedene Stationen zum Erfühlen der Naturböden, Wiesen, Felder und Bäche führt. Der ebenso besonders eindrucksvolle Naturerlebnispark überrascht mit Erlebnisstationen wie Riechkästen und Baumtelefonen. Hier wird Natur wirklich hautnah erlebt und mit allen Sinnen.
Eine der ältesten Kirchen des Kreises Soltau steht in Bispingen und hat eine interessante Geschichte. Der Bischof von Verden erbaute die “Ole Kerk” anno 1353 und versprach jedem, der beim Bau half, vierzig Tage Ablass. Aus Kostengründen wurde die Kirche aus Feldsteinen erbaut.
In Bispingen kommen speziell Kids voll auf ihre Kosten, natürlich mit einer großen Quadbahn. Ein kurviger und hügeliger Parcour, der über abenteuerliche 300m geht und so richtig Laune zum Gasgeben macht, ist ein tolles Erlebnis. Die Bahn befindet sich direkt am Brunausee. Dort gibt es einen Badestrand und einen Spielplatz, also ist für Unterhaltung bestens gesorgt.
Ein weiteres besonderes Naturlerlebnis bietet das Greifvogelgehege zwischen Bispingen und Amelinghausen. Anderhalbstündige Führungen zeigen viel Interessantes und Erstaunliches über die Greife.
Amelinghausen soll auf den Bischof Amelung von Verden zurückgehen, der hier Erbgüter besaß, die er Amelinghusen nannte. Hier wird alljährlich das berühmte Heideblütenfest gefeiert, das eine Woche lang dauert und das größte Fest im Landkreis ist. Eine schwimmende Bühne und ein großer Festzug sind neben der Wahl der Heidekönigin die Höhepunkte im August jeden Jahres.
In der Lüneburger Heide ist das Reiten groß angesagt, und wer Pferde und den Pferdesport liebt, für den ist die Reiterstadt Verden ein schönes Ziel. Eliteauktionen und viele Pferdesportveranstaltungen gibt es das Jahr über - außerdem gilt Verden als das Zentrum der hannoverschen Warmblutzucht. Bekannt sind auch die Galopprennen, die hier veranstaltet werden.
Wer anspruchsvollen Reiturlaub machen möchte, ist in Verden richtig. Auch für Liebhaber des Zweiradsattels ist hier einiges geboten - hier gibt es hervorragende Radwege - so ist Verden eine Etappe des Weser Radweges sowie des Aller Radweges. Als Besonderheit werden sogar Stadtführungen per Rad veranstaltet.
Aber nicht nur Warmblut oder Drahtesel sind hier ein Thema, Verden liegt auch an der Deutschen Märchenstraße, ebenso wie an der Straße der Weserrenaissance.
Bei Verden kreuzen sich viele Wege. Für die Familie ist ein Besuch im “Magic Park” eine tolle Idee für einen zauberhaften Tag, oder ein romantischer Spaziergang im “Rosengarten”.
Beschauliche Städtchen und idyllische Dörfer, Landschaft pur und natürlich auch die Heidschnucken, das ist die Lüneburger Heide. Hier kann man es sich wohlsein lassen und so richtig entspannen.
Ein Tip noch: Der Jakobsweg führt nicht nur durch Spanien. Er beginnt an der St. Mauritius-Kirche in Hittfeld und verläuft rund 150 km durch die Lüneberger Heide nach Mariensee.