Das Bundesland Hessen liegt fast genau in der Mitte Deutschlands und ist ein attraktives Urlaubsziel. Die sprichwörtliche hessische Gemütlichkeit macht einen Urlaub zu einem entspannten Vergnügen für die ganze Familie.
Aber auch sportlich geht es zur Sache, und die Landschaft ist allemal eine Wanderung wert. So ist zum Beispiel der Rheingau-Taunus-Kreis mit seinen Weingebieten eine äußerst interessante und idyllische Region. Der Kreis ist bekannt für seine Burgen und Schlösser, sowie die romantischen Ortschaften, die in ihrem Erscheinungsbild noch stark vom Mittelalter geprägt sind, wie zum Beispiel Idstein. Diese Stadt, nördlich von Wiesbaden gelegen, verfügt über einen beeindruckenden historischen Stadtkern mit sehr schönen bemalten Fachwerkbauten.
Erwähnt wurde Idstein schon im Jahre 1102 und erhielt 1287 von Rudolf von Habsburg die Stadtrechte verliehen. Mitten in der Altstadt erhebt sich die Burganlage Idstein aus dem 11. Jh., von dem Torhaus, Bergfried und Palas erhalten sind. Der Bergfried ist das Wahrzeichen der Stadt und trägt den Beinamen “Hexenturm”. Der Name gründet auf den Hexenverfolgungen vor etwa 400 Jahren, für die der Ort berüchtigt war.
Im 17. Jh. wurde auf dem Platz der Vorburg ein Renaissance-Schloss errichtet. Sehenswert ist auch die Unionskirche, deren Anfänge ins 13. Jh. zurückreichen, die aber in der Mitte des 14. Jh. im gotischen Stil neu erbaut wurde, und deren Decke mit Gemälden aus der Rubensschule prächtig bemalt ist.
Ebenso geschichtsträchtig wie romantisch ist der Weinbauort Kiedrich im Rheingau, das sogenannte “Gotische Dorf”. Um das Jahr 950 fand Kiedrich die erste Erwähnung in einer Urkunde des Erzbistums Mainz. Im Ort werden 35 historische Bauwerke gezählt, wovon die Ruine Burg Scharfenstein aus dem 12. Jh. mit dem weithin sichtbaren Bergfried das älteste ist und sich beim Dorf auf einem Bergsporn erhebt. Interessant sind auch die Pestkapelle von 1604 oder der Zehnthof aus dem Jahr 1591, um nur einige Beispiele zu nennen. Neben den historischen Bauten gibt es um den Ort allein 16 Wegekreuze. Das älteste ist ein gotisches Steinkruzifix, das den Namen “Roter Heiligenstock” führt.
Weinberge gehören in den Süden, denkt man? Aber da wäre der Böddiger Berg bei Felsberg im Schwalm-Eder-Kreis. Er ist die nördlichste offiziell anerkannte Weinlage der Republik. Felsberg hat eine malerische mittelalterliche Altstadt, über der sich die Ruine der Felsburg erhebt. Die Hügelburg stammt aus dem 11. Jh. und ist eigentlich eine Teilruine. In der ehemaligen Burgkapelle ist ein Museum untergebracht.
Der auffällige Turm der Anlage wird im Volksmund “Butterfass” genannt, wegen seiner frappanten Ähnlichkeit mit einem solchen Gerät. Eine andere Hügelburg ist die Ruine Heiligenburg bei Felsberg, die im 12. Jh. erbaut wurde und um die der Kunstwanderweg “Ars Natura” führt, der Werke lokaler Künstler vorstellt. Auf der Burganlage findet jedes Jahr ein Rockkonzert statt. Eine weitere alte Festungsanlage wacht über Felsberg, die Ruine Altenburg, deren Gründung im 11. Jh. vermutet wird.
Hessen hat auch eine sagenhafte Seite, nämlich den Kreis Bergstraße und die Stadt Worms. Historisch gesehen gehört Worms seit 1815 zum Großherzogtum Hessen und wurde erst nach dem 2. Weltkrieg dem neu gegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz zugeordnet. Hier im sogenannten “Nibelungen-Land” hat alles ein wenig mit der Siegfriedsage und mit Drachen zu tun - zumindest was die Namen betrifft. So finden im September in der Siegfriedstadt Worms das Drachen-Weinfest und das Drachenfest statt.
Überhaupt ist Worms von Drachen geradezu besetzt. Sie finden sich überall, als Reliefs an historischen Gebäuden, auf alten Schildern, und herrlich bunte und kreative Neuzeit-Varianten bevölkern mittlerweile das Stadtbild. Zudem gibt es die “Nibelungenbrücke” und das “Hagendenkmal”, welches Hagen von Tronje zeigt, wie er den Nibelungenhort im Rhein versenkt. Die alte Salierstadt Worms atmet an jeder Ecke Historie, so ist die Synagoge schon anno 1034 erwähnt worden. Als ein Zeugnis aus alter Zeit kann auch der jüdische Friedhof “Heiliger Sand” gelten, der älteste jüdische Friedhof Europas.
Zwei Ferienstraßen durchziehen das Land von Worms aus bis in den Odenwald: Die Siegfriedstraße und die Nibelungenstraße. Naturbegeisterte Wanderer besuchen jährlich zu Tausenden die Naturschutzgebiete der Region, wie den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald oder den Naturpark Neckartal-Odenwald. Eine Route der besonderen Art ist die Apfelwein- und Obstwiesenroute Odenwald, welche durch ganz Süd- und Mittelhessen verläuft und die hessischen Produkte in das rechte Licht rückt.Passionierte Radler werden von den vielen Radtourwegen begeistert sein. Eine große Auswahl an Tourenvorschlägen bietet für jede Anforderung das Richtige, und für die Ehrgeizigen ist der 14,8 km lange Rundkurs der Deutschen Radsportmeisterschaften 2000 im Einer-Straßenfahren eine Herausforderung.