Der Harz, das größte Gebirge im Norden Deutschlands, ist mit seinen wunderbaren Wäldern und der wildromantischen Landschaft so etwas wie die grüne Lunge der gesamten Region. Hier befindet sich der sagenumwobene Brocken, der Hexenberg der Legenden und Geschichten.
Zudem erstreckt sich der Nationalpark Harz, der größte Waldnationalpark Deutschlands, über ca. 10 Prozent der Gesamtfläche des Gebietes. Hier wurden seit einigen Jahren wieder Wildkatzen und Luchse angesiedelt und stellen eine stabile Population dar. Die Berglandschaft des Harzes ist für Sportbegeisterte ebenso interessant wie für Gesundheitsurlauber.
Die am höchsten gelegene Stadt ist der heilklimatische Kurort St. Andreasberg. Umgeben von den unter Naturschutz stehenden Oberharzer Bergwiesen liegt die Stadt am Ende eines langen Tales. Wer wirklich aktiven Urlaub machen will, ist hier richtig.
Es gibt eine Sommerrodelbahn und ein Panorama-Schwimmbad. Mountainbiking, Nordic Walking oder Trecking werden zu einem intensiven Naturerlebnis. Allein 220 km Wanderweg warten auf Erkundung, und im Winter stehen insgesamt 40 km gespurte Loipen zur Verfügung. Das ehemals tiefste Bergwerk der Welt, die Grube Samson, kann hier besichtigt werden. Zünftig geht es zu beim Wiesenblütenfest mit Kuhauftrieb, und richtig urig wird es bei den Harzer Hirschrufmeisterschaften.
Ein ehemaliger Bergwerksort ist Bad Lauterberg. Heute als Kneipp- und Schrothkurort etabliert, liegt die Stadt inmitten hoher Berge, die bis über 700 m hoch sind.
Sport und Fitnessangebote gibt es reichlich: Tennis, Wassersport wie Segeln oder Surfen auf der Odertalsperre. Ein besonderes Event ist der berühmte Weihnachtslauf, der im Dunkeln auf fackelbeleuchteten Wegen stattfindet. Besonders für die Kinder interessant ist das Kinderland und Spielzeugmuseum: Spielsachen aus aller Welt und aus den letzten 150 Jahren gibt es hier zu sehen.
Am Südrand des Harzes liegt Herzberg, die “Esperanto-Stadt”. Kongresse, Jugendtreffen und andere Veranstaltungen finden hier statt. Esperanto, die internationale Plansprache, wird in den Schulen unterrichtet, und es gibt ein Zentrum, in dem Lehrer ausgebildet werden.
Ein kulturelles Zentrum der Stadt ist das Schloss Herzberg. Eigentlich im elften Jahrhundert als Burg angelegt, wurde es nach einem Brand als Schloss wieder aufgebaut, und zwar im Fachwerkstil. Heute gibt es im Herzberger Schloss ein Restaurant, ein Museum und verschiedene kulturelle Veranstaltungen, die im sogenannten Rittersaal stattfinden. Sport ist auch hier Trumpf: Bogenschießen, Golfen, Reiten oder Tennis sind ebenso wie Tauchen im Freizeitangebot.
In der Nähe des Herzberger Stadtteils Scharzfeld liegt die Einhornhöhle. Sie ist die größte Schauhöhle des Westharzes. Der Sage nach soll ein Einhorn hier einst eine weise Frau vor einem “schwarzen Mönch” und einer Horde Frankenkriegern beschützt haben. Die Höhle ist schon lange bekannt, nicht zuletzt der interessanten Steinzeit-Knochenfunde wegen, die sich als Überbleibsel von Höhlen-Löwen und -Bären, sowie Wölfen herausstellten.
Am Ausgang des Ilsentales liegt die Stadt Ilsenburg. Drei bewaldete Berge umgeben den Ort, und von hier aus beginnt einer der schönsten Aufstiege zum Brocken, nämlich der Heinrich-Heine-Weg. Eine Sehenswürdigkeit in der Stadt ist das Benediktinerkloser Ilsenburg, das aus dem 12./13. Jahrhundert stammt, sowie das im neoromanischen Stil errichtete Schloss gleichen Namens.
Der in der nahen Umgebung liegende Ilsestein, ein 150 m hoher Fels, ist ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel, der einen herrlichen Ausblick auf den Brocken bietet. Der Brocken, der auch Blocksberg genannt wird, ist der Schauplatz vieler Sagen und Legenden. So wurde er von altersher als Treffpunkt von Geistern und als Hexentanzplatz gesehen, weswegen sogar Goethe einen Teil der Handlung seines “Faust” auf den Brocken verlegte.
Auf dem Berg herrschen extreme Witterungsbedingungen, so ist er am Gipfel 100 Tage des Jahres mit Eis bedeckt, und über 170 Tage mit Schnee. In malerische Nebel hüllt sich der Berg fast das ganze Jahr über. Ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt mit der berühmten Brockenbahn, einer Schmalspurbahn, die den Berg befährt.
Wanderer und Läufer können sich der Herausforderung bei Veranstaltungen wie der “Brocken Challenge” stellen, einem Marathon über 84 km, von Göttingen bis zum Gipfel des Brocken. Hunderte von Wanderern treffen sich jährlich zum “Brockenaufstieg”, einer zweitägigen Wanderung, die über eine Strecke von 87 km geht.
In der Stadt Thale liegt das ehemalige Kloster Wendhusen, das um das Jahr 825 entstand. Ganz im Zeichen der Hexenromantik steht die Walpurgishalle auf dem Hexentanzplatz bei Thale. Das Bauwerk zeigt sich in pseudo-altgermanischem Stil und wurde im Jahre 1901 eingeweiht. Von Hermann Hendrich und Bernhard Sehring gestaltet, dient die Halle heute als Museum. Fünf Großgemälde im Inneren zeigen Szenen aus der “Walpurgisnacht” aus Goethes Faust.
Der Hexentanzplatz selbst ist ein Plateau über dem Bodetal, der über eine Personenschwebebahn von Thale aus zu erreichen ist. Auf dem Plateau hat das “Bergtheater Thale” seinen Sitz, eines der ältesten Naturtheater Deutschlands. Für Spaß sorgt der “Harzbob”, eine Allwetter- und Sommerrodelbahn auf dem Hexentanzplatz. Ob geruhsamer oder mit vollem Speed geht es in tollen Kurven den Berg hinab und automatisch zum Anfang zurück. Das Tempo bestimmt der Fahrer selbst.
Im Harz gibt es allein 17 Talsperren und 30 dazugehörige Teiche. Wassersport und Badevergnügen sind fast überall Programm, so wie gut angelegte Wanderwege und Lehrpfade.
Der Luftkurort Trautenstein liegt im wunderschönen Tal der Rappbode und am Ende der Rappbodevorsperre. Ehemals ein Silberbergbau- und Waldbauerndorf ist der Ort heute ein Anziehungspunkt für Urlauber. Die Landschaft um den Ort lässt nichts vermissen, es gibt Berge und Täler, Moore, Bäche und Flüsse. Der Stausee ist ein hervorragender Tipp für Angler, und Wandern, Radeln oder Nordic Walking sind ein intensives Naturerlebnis. Es werden Kutschfahrten angeboten, ebenso wie Schlittenfahrten im Winter. Langlauf, Rodeln und Winterwanderungen machen den Urlaub zu jeder Jahreszeit attraktiv.
Bad Grund im westlichen Harz ist die älteste der sieben Oberharzer Bergstädte und wurde schon 1317 als Forstort urkundlich erwähnt. Hier wurde Erz abgebaut, bevor der Ort in der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Kurort und für seinen “Heilstollenbetrieb” bekannt wurde. Bad Grund verfügt über ein Bergbaumuseum, den “Knesebergschacht”. Als Besonderheit kann man das Uhrenmuseum besuchen, und ganz Mutige können im Ort auch den Hexenbesen-Führerschein erwerben.
Einmalig im Harz gibt es den Exotenwald, das “Arboretum”, zu bestaunen. Hier gibt es tausend Baum- und Pflanzenarten aus aller Welt zu sehen, die sich in das heimische ökologische System integriert haben. Und das einzigartige “Museum im Berg” des “HöhlenErlebnisZentrums Iberger Tropfsteinhöhle” bietet einen herrlichen Einblick in König Laurins Reich.